Wissenswertes über Tauben
Stadttauben
Wusstest du, dass Stadttauben ausgesetzte, heimatlose Haustiere sind? Ähnlich wie streunende Hunde und Katzen?
Es sind Haus-, Zucht- und Brieftauben und deren Nachkommen.
Sie sind keine Wildtiere, wie Ringel- Türken- Turtel- oder Hohltauben. Das ist wissenschaftlich bewiesen.
Sie sind auf menschliche Fütterung und auf ein Zuhause angewiesen.
Stadttaube oder Wildtaube?
Ringeltauben und Türkentauben sind die bei uns am häufigsten vorkommenden Wildtauben. Hier haben wir Euch Infos und ein paar der wichtigsten Merkmale von Stadttaube, Ringeltaube und Türkentaube im Vergleich zusammengestellt.
Die Stadttaube
mittelgroß
kleiner Kopf
oft rotbraune Augen
zierlicher Schnabel
metallisch grün und rosa schimmernde Halsseiten
große Gefiedervariation
(z.B. weiß-grau gemustert, einheitlich dunkelgrau oder wie die Stammform der Felsentaube gefärbt, dann ohne weißen Rücken)
breite schwarze Flügelbinden
Größe: ca. 30 -35 cm
Flügelspannweite: ca. 60 - 68 cm
Gewicht: ca. 180 - 370 g
Die Ringeltaube:
größte Taubenart Mitteleuropas, deutlich größer als die Straßentaube
im Verhältnis zur Gesamtgröße relativ kleiner Kopf
Iris hellgelb
am Ansatz rosa bis roter Schnabel, am Ende orange bis gelblich, an der Spitze hornfarben
schiefergraues Gefieder auf der Oberseite, Unterseite und Brust sind blaugrau bis rosa
große weiße Flecken an den Halsseiten ("Ringel")
im Flug breite, weiße Bänder auf den Flügeln sichtbar
Größe: 38 - 43 cm
Flügelspannweite: 68 - 77 cm
Gewicht: bis 420 - 600 g, Männchen etwas größer und schwerer
Die Türkentaube:
mittelgroß wie die Stadttaube, aber deutlich schlanker
rötliches Auge mit schmalem weißem Augenring
dunkler Schnabel
hell-beigebraunes Gefieder mit etwas dunkleren Flügelspitzen
schwarzer Nackenring, umrahmt mit einem weißen Streifen
Größe: 29 - 33 cm
Flügelspannweite: 47 - 55 cm
Gewicht: 150 - 250 g
Hunger und Taubenkot
Tauben sind Hartkörneresser (Körner und Samen), wie z. Bsp. Mais, Weizen, Gerste, geschälte Sonnenblumenkerne und Buchweizen.
Da Stadttauben standorttreu sind, verlassen sie die Innenstädte nicht. Sie betteln nach Futter, um dem Hungertod zu entkommen.
Weil sie kein artgerechtes Futter auf den Straßen finden, sondern nur Abfall, von den Menschen weggeworfene Nahrungsreste, schwächt das ihr Immunsystem und sie werden krank. Ihr Kot wird wässrig und das zieht dann wiederum den Unmut vieler Menschen nach sich.
Eine wohlgenährte und gesunde Taube setzt kleinen, festen Kot ab, der sich leicht entfernen lässt, wie zum Beispiel bei einer Amsel.
Brutzwang
Durch den angezüchteten Brutzwang brüten Stadttauben, anders als Wildtauben, das ganze Jahr über. Es ist ein Irrglaube, zu denken, dass sich die Häufigkeit der Brut verringert, wenn den Tieren keine Nahrung zur Verfügung steht. Sie brüten trotzdem, eben auf Grund des vom Menschen angezüchteten Brutzwangs.
Gefahren
Auf der ständigen Suche nach Futter laufen die Stadttauben oft mehrere Stunden am Tag auf dem Boden herum. Dabei verfangen sich Haare, Fäden oder Gummis an ihren schuppigen Füßchen, die sie sich nicht selbst entfernen können. Das hat zur Folge, dass die Zehen und im schlimmsten Fall sogar die Beinchen absterben.
Tauben werden auch immer wieder vertrieben, ohne dass ihnen Alternativen angeboten werden. Vergrämungsmaßnahmen mit Spikes und Netzen stellen oft große Gefahren für die Stadttauben da. Es kommt nicht selten vor, dass sich Tauben an den Spikes aufspießen oder sich in den Netzen verheddern und dann elendig sterben, wenn nicht rechtzeitig Hilfe kommt.
Vergrämungsmaßnahmen sind im übrigen auch keine nachhaltige Lösung, sondern verlagern nur das Problem.
Überträger von Krankheiten?
Die meisten Erreger bei Tauben sind wirtspezifisch, das heißt, dass ihre Erreger nur bei Tauben zu finden sind und damit gar nicht auf den Menschen übertragen werden können.
Es ist nicht gefährlicher, eine Taube anzufassen, als zum Beispiel einen Hund, Katze oder Amsel.